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Montag, 11. Mai 2009

Muttertag


Gestern war Muttertag. Nicht ueberall auf der Welt, aber zumindest in den USA und Deutschland, und das amerikanische Jewish Women's Archive hat zu diesem Anlass dazu eingeladen, Fotos von juedischen Muettern auf eine Flickr-Seite hochzuladen. Das Ganze ist eine interessante Mischung aus zeitgenoessischen und antiken Fotografien. Schaut einfach selbst (hier der Link).

Dienstag, 10. Februar 2009

Old Jews Telling Jokes


Was ist juedischer Humor? Eine neue Website "Old Jews Telling Jokes" illustriert dies mit kleinen Videofilmen, in denen alte Juden und Juedinnen Witze erzaehlen. Nicht immer lustig, aber hat ihren Charm.

Samstag, 24. Januar 2009

Florida


Januar ist "Jewish Heritage Month" in Florida. 16% der amerikanischen Juden lebt heute in Florida, nach New York und Kalifornien hat der Sonnenstaat die dritthoechste juedische Gemeinde (man geht von mindestens 850.000 Juden aus) und Suedflorida mit 15% Bevoelkerungsanteil die zweitgroesste Konzentration von Juden (nur in Israel leben prozentual gesehen mehr Juden).
Wer jedoch denkt, dass "Judentum in Florida erst ein Phaenomen der Nachkriegszeit ist, irrt sich," erklaert Marcia Jo Zerwitz, die Gruenderin des Juedischen Museums in Florida. Marcia stammt urspruenglich aus West Virginia und kam in den 60er Jahren mit ihrer Familie nach Florida. In Orlando war sie lange Zeit in der juedischen Gemeinde aktiv und wurde 1971 als eine der ersten Frauen Vorsitzende ihres Landesverbands. In den 80er Jahren fing sie an, juedisches Erbe in Florida zu dokumentieren. "Ich kam mir vor wie ein Detektiv, der Geheimnisse entschluesselt."
Erst 1763, nachdem die Spanier die Kontrolle ueber den Sueden verloren, wurde es Juden gestattet, sich im heutigen Florida anzusiedeln. David Levy Yulee wird allgemein als Architekt des Staates Florida angesehen. Als Florida 1845 der 27. Staat der Vereinigten Staaten wurde, wurde er Floridas erster Senator in Washington. Nur ein Beispiel fuer den Beitrag juedischer Buerger in Florida.
Die Wanderausstellung Mosaic dokumentierte zwischen 1990 und 1994 die Geschichte Floridas Juden. Der Erfolg der Ausstellung ueberzeugte Marcia, eine Heimat fuer die Ausstellung zu finden. In South Beach, dem Suedzipfel von Miami Beach, lange Zeit eine sehr juedische Nachbarschaft, fanden sich zwei historische Synagogen im desolaten Zustand und sollten abgerissen werden. Kubanische Gangster machten die Gegend unsicher und Miami Vice brachte ein verschoentes Bild des Chaos in die Wohnzimmer von Millionen von Zuschauern. Ein Museum dort aufzumachen war ein Risiko. Doch es lohnte sich.
Heute kommen pro Jahr 400.000 Besucher aus ueber 30 Laendern in das Museum. Sehenswert, nicht nur im Januar.

Freitag, 2. Januar 2009

Die letzte Synagoge von Detroit


Vor ein paar Wochen fotografierte ich fuer den Forward ehemalige Synagogen in der Lower East Side und dem East Village. Letzte Woche erschien dann im Forward die Story mit meinen Bildern, jedoch anders als zunaechst geplant. Ging es zunaechst darum, dass die Lower East Side immer mehr von ihrem Charakter verliert, so ging es jetzt darum, dass aufgrund der Wirtschaftskrise momentan Baustopp herrscht und das vielleicht den historischen Charakter der Gegend rettet.
Eine aehnliche, und doch ganz andere Geschichte fand sich vor kurzem in den Detroit News. Detroit hatte, was viele nicht wissen, in den 50er Jahren eine der groessten juedischen Gemeinden in den USA.
Die Stadt selber war in den 90er Jahren eine Geisterstadt. Alles, was in den USA falsch laufen kann, ist hier falsch gelaufen. Das Stadtzentrum war eine gefaehrliche Gegend, die man lieber vermeidet, und in dem wirklich nur lebt, wer sich nichts anderes leisten kann, und die eigentlichen Wohngegenden sind die 'burbs, die Suburbs, Vororte mit uniformen Haeusern, verbunden durch Autobahnen, an denen sich sogenannte Strip Malls finden, uniforme Einkaufszentren, die man mit dem Auto erreichen kann. Oeffentliche Verkehrsmittel existieren so gut wie gar nicht. Detroit, das ist Motown, das Motor City, hier findet sich die Autoindustrie, hier spaziert man nicht, hier wird gefahren.
Wie auch in der Bronx, finden sich in Detroit hunderte von ehemaligen Synagogen, die vor ein paar Jahren auf einer Website dokumentiert wurden. In den Detroit News wurde nun davon berichtet, dass die letzte aktive Synagoge (siehe Foto), die sich heute in Detroit selbst befindet, geschlossen werden soll, doch eine Gruppe junger Menschen, Teil einer Renaissance von Detroit, will das Gebaeude retten. Das National Public Radio (NPR) hat nun auch davon berichtet (kann man sich hier anhoeren).
Bei der Geschichte geht es mehr als um juedisches Erbe, es ist eine Geschichte ueber Amerikas Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, es geht um Revitalisierung von Amerikas Innenstaedten, und es geht um Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Kein Geburtstagskuchen fuer Adolf Hitler


Die Associated Press berichtet ueber einen seltsamen Fall von Diskriminierung. Heath und Deborah Campbell wollten einen Geburtstagskuchen fuer ihren Sohn bestellen, doch die Angestellten weigerten sich, den Namen des Dreijaehrigen auf den Kuchen zu schreiben.
Klingt seltsam, erklaert sich aber, wenn man den Namen des Kindes weiss: Adolf Hitler Campbell. Die Campbells (siehe Foto) haben noch zwei weitere Kinder, JoyceLynn Aryan Nation Campbell, die in ein paar Monaten zwei wird, und Honszlynn Hinler Jeannie Campbell (der Name eine Hommage an Heinrich Himmler), die im April ihren ersten Geburtstag feiert.
Die Campbells leben in Hunterdon County, New Jersey, in einem Haus, das angeblich mit Naziflaggen und Hakenkreuzen dekoriert ist. Hoffen wir, dass klein Adolf trotz dieser Eltern eine Chance hat, normal zu sein.

Dienstag, 16. Dezember 2008

New Yorks meistgehasster Mann

Ich war gestern in Elie Wiesels Buero, wo ich einen Freund assistierte, der eine kurze Videomessage von Herrn Wiesel fuer ein juedisches Altersheim in Buenos Aires aufnahm. Auch wenn der Nobelpreistraeger freundlich war, so war die Stimmung in der Elie Wiesel Foundation alles andere als gut. Angespannt ist vielleicht das beste Wort. Der Grund, in den Worten der gestrigen Titelseite der New York Post: "New Yorks Meistgehasster Mann".

Der nett aussehende Siebzigjaehrige auf dem Foto ist Bernie Madoff, und er hat die juedische Welt in die groesste Krise der Nachkriegsgeschichte gebracht hat.

Nach Angaben der Jerusalem Post hat Madoff etwa 600 Millionen Dollar von juedischen Hilfsorganisationen "verloren" und insgesamt mehr als 50 Milliarden Dollar von hauptsaechlich juedischen Investoren. Man geht davon aus, dass dies der groesste Betrug in der amerikanischen Finanzgeschichte ist. Dreimal groesser als damals Enron.

Hier nur ein paar Beispiele: Yeshiva University hat ueber hundert Millionen Dollar in dem Betrug verloren, Ramaz und SAR Academy, zwei weitere juedische Bildungsanstalten, haben ebenfalls Millionenverluste, neben Elie Wiesels Stiftung hat auch Steven Spielsbergs Foundation Millionen eine ungewisse Zukunft, der American Jewish Congress wird vielleicht komplett untergehen, ein juedisches Krankenhaus hat die gesamten Rentengelder ihrer Angestellten verloren, und private Stiftungen wie etwa die Carl and Ruth Shapiro Family Foundation sogar 145 Millionen Dollar. Und dies sind nur die Institutionen. Die Zahl der Privatpersonen, die wichtige amerikanisch-juedischen Philanthropen sind, kann momentan keiner Abschaetzen.

Madoff galt in der amerikanischen Finanzwelt als Genie. Er versprach einen 10% Zinssatz fuer Leute, die mit ihm investierten, doch es war gar nicht so einfach, zu Madoff zu gelangen. Durch die vielen Absagen, die er erteilte, machte der ehemalige NASDAQ Boss sich nur interessanter und jeder wollte zum auserlesenen Kreis gehoeren. Dass es sich um eine Finanzpyramide handelte, die wie ein Kartenhaus zusammen stuerzen wuerde, hatte anscheinend niemand erwartet, zumal ja gute Namen zu Madoffs Portfolio gehoerten. Wenn Elie Wiesel und Steven Spielberg bei Madoff investieren, dann werden die schon wissen, was sie tun.

Madoff verkehrte hauptsaechlich in exklusiven juedischen Kreisen, und man vertraute ihm, da er ja "einer von uns" war.

Da amerikanisch-juedische Organisationen vor allem von Philanthropie, also Privatspenden, leben, ist der Effekt dieses finanziellen Tsunami noch nicht abzusehen. Haaretz beschreibt den Skandal als etwas, das sich die schlimmsten Antisemiten nicht einmal ertraeumen konnten. (Und viele Kommentare in Onlineforen unterstreichen, dass 'Schadenfreude' Teil des amerikanischen Wortschatzes ist.)

Nicht nur Amerika wird davon betroffen sein. Einige israelische Firmen haben ebenfalls bei Madoff investiert, und weltweit sind viele Wohlfahrtsverbaende von amerikanischen Spenden abhaengig. Zwei Beispiele: Die Chais Family Foundation, die ueber 250 Millionen Dollar verloren hat und nun geschlossen wurde, half Tausenden von juedischen Rentnern in der ehemaligen Sowjetunion mit Essenspaketen und medizinischer Versorgung. Die Jewish Federation of Los Angeles, der Hauptsponsor fuer jegliche juedische Programme im Baltikum, angefangen von Programmen fuer hilfsbeduerftige Familien bis hin zu Ferienlagern, hat Millionen im Skandal verloren und es ist nicht sicher, ob sie weiterhin Gelder fuer Programme in Europa spenden wird.

Nach der Immobilien- und Wall Street Krise und dem rapiden Verlust des US Dollars (im Sommer war der Umtauschkurs sogar 1.62 zum Euro) hatte man gedacht, es haette die juedische Welt Amerikas nicht schlimmer treffen koennen. Man hat sich geirrt. Der nachhaltige Effekt, nicht nur fuer juedische Hilfsprojekte weltweit, ist noch nicht abzusehen, ebensowenig der nachhaltige psychologische Effekt durch den Vertrauensmissbrauch.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Quo vadis, aufbau?





Der Aufbau feiert seinen 75. Geburtstag. Auf der Website zur neuen Ausgabe heisst es: "Der aufbau ist vor 75 Jahren aus den Bedürfnissen von Menschen im Würgegriff einer historischen Katastrophe entstanden. Indem sie sich eine deutschsprachige Zeitung schufen, hielten die deutsch-jüdischen Flüchtlinge in New York an ihrer kulturellen Heimat in Zeiten der Heimatlosigkeit fest. Gleichzeitig verstand sich der aufbau ganz explizit als Instrument, das seinen Lesern bei der Beheimatung in den USA helfen sollte."


Die Jubilaeumsausgabe hat interessante Beitraege aus den letzten 75 Jahren, darunter einen Beitrag zur Staatsgruendung Israels, ein Nachruf fuer den Fotografen Robert Capa, ein Interview mit Fritz Stern, und Essays von Franz Werfel und Thomas Mann. Ein Blick zurueck in einer glorreiche Vergangenheit.


Als ich 2002 in New York war, traf ich mich auch mit Leuten vom Aufbau. Ich wurde dort interviewt, aber soweit ich weiss, erschien die Story nie. Es war ein uriges Buero, irgendwie sehr New York, mit ein paar jungen deutschen Journalisten, von denen keiner juedisch war, und ein paar jungen amerikanischen Journalisten, von denen keiner wirklich deutsch beherrschte. Oder zumindest war das damals mein Eindruck.


Ich bereue noch heute, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte, um Fotos vom Aufbau zu machen.


Zum 70. Geburtstag fand mein Name dann seinen Weg in den Aufbau. Ein amerikanischer Journalist, der damals mit einer Freundin von Lisa befreundet war, und mit dem wir Schlittschuhlaufen gingen, erzaehlte mir von seinem Aufenthalt in Berlin und ein paar Kommentare, die ich ihm am Eislaufring gab, fanden ihren Weg in seine Story, die in der Jubilaeumsausgabe des Aufbau erschien. Vielleicht nicht der professionellste Journalismus, aber das ist eine andere Geschichte. (Ich fand nur zufaellig heraus, das ich als "junger Jude aus Muenster" zitiert wurde.)


Die Jubilaeumsausgabe sollte die letzte Aufbau Ausgabe als Zeitung sein. Die Leserschaft war einfach nicht mehr da. Der Aufbau wurde verkauft und wurde Teil der Juedischen Medien AG in Basel. Aus der Wochenzeitung wurde ein Monatsmagazin.


Letzte Woche wurde bekannt, dass die Basler Mediengruppe, die bisher zusammen mit der Serenada Verlag AG zu gleichen Teilen Miteigentümerin der JM Jüdische Medien AG war, ihr Engagement beendet. Der Serenada Verlag von Susanne Braginsky, welcher in den vergangenen Jahren die Herausgabe der jüdischen Zeitschriften tachles, revue juive und aufbau inhaltlich und finanziell wesentlich gefördert hat, will sich nun auf die Herausgabe des Aufbau konzentrieren, der künftig im Serenada Verlag erscheinen soll.


Quo vadis, Aufbau? Zum 80. Jubilaeum werden wir das wohl wissen.

Freitag, 7. November 2008

Zum 9. November






Am Sonntag jaehrt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Reichpogromnacht, die in Amerika unter dem von den Nazis benutzten zynischen Begriff "Kristallnacht" bekannt ist. Fuer deutsche Juden ist der 9. November der inoffizielle Holocaust Gedenktag. Spaetestens nach diesem Pogrom war klar, dass es keine Zukunft fuer Juden in Nazi-Deutschland gab.
Vor Kurzem interviewte ich Margot Friedlander, die sich noch gut an das Pogrom erinnern konnte. Friedlander, die heute in Kew Gardens in Queens lebt, hat eine faszinierende (Ueber-)Lebensgeschichte, verbrachte sie doch ueber ein Jahr in Berlin in verschiedenen Verstecken, und ueberlebte dann das KZ Theresienstadt nur mit Glueck. "Das Schicksal hat es immer gut mit mir gemeint," versichert sie mir.
In Theresienstadt lernte sie ihren Mann kennen, den sie schon fluechtig aus Berlin kannte, nach der Befreiung heiraten beide im KZ und wandern nach Amerika aus.
Adolf Friedlander wollte nie wieder einen Fuss auf deutschen Boden setzen, und auch wenn die beiden weiterhin in deutschen Kreisen verkehren - die meisten ihrer Bekannten in New York sind ebenfalls deutsche Juden, zu Hause liest man deutsche Zeitungen - bleibt er sich dessen treu. Als er vor ueber zehn Jahren stirbt, besucht seine Frau einen Schreibkurs und faengt an, ueber ihre Zeit im Versteck zu schreiben.
Der Filmemacher Thomas Halaczinsky (auf dem Foto mit ihr zu sehen) interessiert sich fuer ihre Geschichte, die nicht die ueblichen Schwarzweissstruktur hat, denn diejenigen, die Margot verstecken, sind nichtjuedische Deutsche, und diejenigen, die sie entdecken und ins KZ schicken, sind Juden. Halaczinsky ueberzeugt Margot Friedlaender fuer den Film zurueck nach Deutschland zu kehren, was der Dokumentation eine weitere Dimension gibt. Eben keine typische Holocaustdokumentation, sondern, wie Halaczinky sagt, ein Film ueber "eine Frau, die nach ihrer Identität sucht." Der Film "Don't Call It Heimweh" erschien 2004, ihre Biographie "Versuche, Dein Leben zu machen" dieses Jahre bei Rowohlt und wird im Maerz mit dem Einhard-Preis ausgezeichnet.
Was noch viel wichtiger ist, als das spaete Interesse an ihrer Lebensgeschichte, ist, dass Margot Friedlaender wieder Bezug zu ihrer ehemaligen Heimat gefunden hat. Als ich mich von ihr in ihrem Apartment verabschiede, gesteht sie ein, dass sie manchmal sogar ueberlegt, wieder nach Deutschland zu ziehen. "Aber ich bin zu alt dafuer. Waere das alles zehn Jahre frueher passiert..."

Mittwoch, 5. November 2008

Yes, we can!



Vor zwei Jahren traf ich Barak Obama das erste Mal. Der Senator aus Chicago sprach damals auf der Jahreshauptversammlung des American Jewish Committee (siehe Foto), das seinen 100. Geburtstag feierte. Wir sprachen anschliessend ein wenig, und ich fand ihn sehr sympathisch.

Ein Jahr spaeter begegnete ich Barak Obama auf dem Kongress des American Israeli Public Affairs Committee (AIPAC), und auch hier hatte ich die Chance, kurz mit ihm zu sprechen.

Gestern machte Obama Geschichte, als er zum ersten afroamerikanischen Praesidenten der USA gewaehlt wurde. Und dies mit einer ueberzeugenden Mehrheit.

Obamas Wahlkampf war beeindruckend. Noch nie in der Geschichte der USA wurden so viele junge Waehler mobilisiert. Noch nie wurden so viele kleine Wahlspenden von einem Kandidaten eingesammelt. Noch nie wurde das Internet so geschickt fuer einen Wahlkampf eingesetzt.

Im Vorfeld der Wahlen wurde vor allem im Ausland darueber spekuliert, ob Amerika "reif" sei fuer einen schwarzen Praesidenten. Skeptiker monierten, dass viele in den Umfragen nicht ehrlich seien, da niemand zugeben wolle, dass er oder sie nicht fuer einen Schwarzen seine/ihre Stimme abgeben wolle.

Dem war nicht so. Obama mobilisierte die Massen. Der Sohn eines afrikanischen Vaters und einer weissen, amerikanischen Mutter, der in Hawaii aufwuchs, scheint die Wunden der Vergangenheit zu heilen.

Die Wahl war eine Abrechnung mit acht Jahren Bush-Regierung, die das Land im Chaos hinterlaesst. Die Wahlen waren aber vor allem auch ein Zeichen der Hoffnung.

Es ist ein stolzer Moment fuer Amerikaner, die unter Beweis stellen, dass das Land sich immer wieder neu definiert. Fuer den Rest der Welt ein Moment, der einem endlich wieder erlaubt, Amerika zu moegen, was in den letzten Jahren nicht leicht gemacht wurde.

Am 20. Januar wird er offiziell sein Amt antreten. Ob ich ihn jemals wieder so nah kommen werde wie in der Vergangenheit, mag ich jedoch bezweifeln.

Montag, 3. November 2008