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Freitag, 17. Juli 2009

15. Jahrestag des AMIA Attentats


Gestern fand in der New Yorker Bnai Jeshurun Synagoge eine Gedenkveranstaltung fuer die Opfer der Attentate auf die israelische Botschaft und das juedischen Gemeindezentrum in Buenos Aires statt. Die Attentaeter, das ist lange bekannt, kamen aus dem Iran und befinden sich seitdem dort. Da Interpol ein "Red Card" ausgestellt hat, werden sie auch weltweit gesucht, d.h., falls sie jemals in einem anderen Land sein sollten, koennten sie verhaftet werden, doch das scheint eher unwahrscheinlich.
Bnai Jeshurun ist die angesagteste Synagoge, die jeden Kabbalat Schabbat ueber Tausend Leute hat (und die benachbarte Kirche anmietet, um die Massen zu bewaeltigen). Der Grund hierfuer die kreativen argentinischen Rabbiner der Gemeinde.
Da in Argentinien momentan die Schweinegrippe herrscht, herrscht auch Versammlungsverbot, so dass der Event in New York die weltweit groesste Gedenkveranstaltung fuer die Opfer war.
Neben Gaesten aus Argentinien sprach auch Abe Foxman von der ADL und junge Argentinier lasen die Namen der 85 Opfer des Terrorattentats bevor Rabbiner Matalon Kaddisch sagte. Eine wuerdige Gedenkveranstaltung.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Dienstag, 13. Januar 2009

Sderot in Genf


Liraz Madmony, eine 23jaehrige Jurastudentin aus Sderot, sprach gestern in Genf auf einer Sondersitzung des UN Human Rights Councils. Liraz Auftritt wurde von der European Union of Jewish Students organisiert, einer Organisation, fuer die ich mehrere Jahre gearbeitet habe. Liraz sprach ueber den Alltag unter fast taeglichen Beschuss von Raketen, die von der Terrororganisation Hamas nach Israel abgeschossen werden und bat die UN, dafuer zu sorgen, dass die Gewalt beendet wird: "I dream of the hometown that I remember. When the park near my house was filled with happy families and children playing. When people enjoyed life. I still dream of peace. It will come when the rulers of Gaza choose humanity over hate, when they stop firing on our children while hiding behind their own.... Mr. President, who will protect our most basic human rights?" Das Video kann hier angesehen werden.

Montag, 5. Januar 2009

New Yorks Buergermeister ueber den aktuellen Konflikt in Gaza


New Yorks Buergermeister Michael Bloomberg ist momentan in Israel und wurde von CNN ueber die aktuellen Konflikt in Gaza befragt. Souveraener als andere Kommentatoren aeusserte sich Bloomberg und vertrat wohl die Meinung der meisten New Yorker. Das Interview kann hier gesehen werden.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Wieder Krieg



Das Foto rechts wurde mir von einem Bekannten geschickt, der kuerzlich in Sderot war.

Nach rund 170 Raketen und Granaten, die allein zwischen dem 19. und 26. Dezember 2008 aus dem Gaza-Streifen abgefeuert wurden, hatte die israelische Regierung nicht nur das Recht sondern die Pflicht ihre Bürger vor weiteren Angriffen wirksam zu schützen.

Ein Protest von internationaler Seite kam damals nicht, so dass Stefan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats, zurecht fragt, ob es Menschenrechte erster und zweiter Klasse gibt. Die Ideologie der Terrororganisation Hamas propagiert das Sterben für Allah als Ideal, das aktiv verfolgt werden muss, so dass Zivilisten als menschliche Schutzschilde eingesetzt werden, was den Kampf gegen Terroristen nicht einfacher macht.

Ironischerweise scheint als einziger die Hamas von der jetzigen Gewalteskalation zu profitieren, da man sie nun als Gesprächspartner im Westen wieder ernst nehmen wird, schliesslich ist man ja nicht mit der "israelischen Agression" einverstanden.

Die drei bekanntesten israelischen Autoren Amos Oz, A.B. Yehoshua und David Grossman haben sich alle kritisch mit der Gewalteskalation auseinander gesetzt.

Und so traurig die Gewalt im Nahen Osten wieder ist, so bleibt doch die Frage, was man haette anders machen koennen, angesichts der permanenten Raketenbeschuesse aus Gaza.

Freitag, 26. Dezember 2008

Blondis Weltreise



Asaf Zur ist ein Weltreisender. Nach seinem Tod war er schon auf den Osterinseln, dem Gipfel des Kilimandscharo und in Peking, oder zumindest sein Foto.

Nach seinem Tod?!

Ja, im März 2003 kam der damals Siebzehnjährige Asaf, der von seinen Freunden "Blondi" genannt wurde, bei einem Selbstmordattentat ums Leben. Nach der Schule stieg er gemeinsam mit anderen jungen Leuten in einen Bus. Unter den Passagieren war auch ein Palästinenser, der unter seinem T-Shirt einen 17 Kilogramm schweren Sprengstoffgürtel trug. Er sprengte sich in die Luft und riss 17 Menschen mit in den Tod. Asafs Ueberreste liegen nun auf einem Friedhof in Haifa, der ausschließlich für Terror-Opfer ist.


Sein Vater Jossi hat im Juni 2008, fuenf Jahre nach dem Terroranschlag, eine Internetaktion gestartet, um seinen reiselustigen Sohn posthum durch die ganze Welt zu schicken, und auf die Tragik des Terrors aufmerksam zu machen. "Weil Asaf nicht mehr um die Welt reisen kann, wollte ich die Welt zu ihm bringen", sagt Jossi.

Auf der Webseite laed Jossi Menschen aus aller Welt ein, ein Foto seines Sohnes, das man auf der Website runterladen kann, mit auf ihre Reisen zunehmen. An ihrem Urlaubsziel sollen sie dann ein Bild von sich und dem Foto machen lassen und es an ihn schicken.

Die Reaktionen auf die Aktion waren überwältigend. Im vergangenen halben Jahr hat der Vater des Verstorbenen 860 Briefe aus 86 Ländern bekommen. "Wenn ich könnte, würde ich dieses Foto nehmen und jedem einzelnen Menschen sagen: Das ist Asaf, mein Sohn. Er war ein junger Mann und er ist für nichts gestorben", sagt er in einem Video in der Onlineausgabe des Magazins "Stern".

Die Briefe kommen aus der ganzen Welt. Bisher habe er nur positive Zuschriften bekommen. Sogar einige Briefe aus islamischen Staaten seien dabei gewesen. "Ich hoffe sehr, dass ich noch mehr Reaktionen aus der arabischen Welt bekomme. Das wäre doch eine tolle Sache, wenn sein Foto nach seinem Tod da zu sehen wäre, wo Assaf lebendig als Jude niemals hin konnte."

Montag, 1. Dezember 2008

Eine Tragoedie fuer die gesamte Menschheit

Crown Heights in Brooklyn und Jackson Heights in Queens haben normalerweise nicht viel gemeinsam. Das eine ist eine vorwiegend chassidische Nachbarschaft am Eastern Parkway, das andere eine vorwiegend indische und pakistanische Nachbarschaft, die mit der U-Bahn Nummer 7 erreichbar ist. Doch dieses Wochenende verband beide Nachbarschaften die Tragoedie in Mumbai.

Kurz vor Schabbatbeginn kam die Mitteilung, dass Rabbi Gavriel Holtzberg und seine Frau Rivka, sowie Rabbi Leibish Teitelbaum, der die Kaschrut im Chabadhaus beaufsichtigte, waehrend der Terrorattentate ermordet wurden. Der 29jaehrige war vor fuenf Jahren, kurz nach seiner Hochzeit, mit seiner ein Jahr juengeren Frau nach Indien aufgebrochen, um dort ein Chabadhaus zu gruenden. Ihr Sohn Moshe, der am Samstag zwei Jahre alt wurde, wurde von seinen Grosseltern aus Mumbai abgeholt.

"Das ist irgendwie wie damals in Muenchen," meint Victor Wishna, mit dem ich mich am Freitag treffe, als gerade die Nachricht auf CNN erscheint. "Die Israelis hatten ihre Hilfe angeboten, aber die indischen Sicherheitskraefte haben aus falscher Eitelkeit jegliche Hilfe abgelehnt, und nun sind die Geiseln tot."

Ein paar Stunden spaeter hielt Chabad im Juedischen Kindermuseum von Crown Heights eine Pressekonferenz ab. Umgeben von vielen Pressevertretern und Kameraleuten versuchte man kurz vor Schabbatbeginn nuechtern ein paar Statements abzugeben, aber die Emotionen kamen sichtlich durch, so etwa bei Rabbi Moshe Kotlarsky, der die Traenen kaum zurueck halten konnte. "Er war ein sehr, sehr besonderer Mensch. Wir werden ihn sehr vermissen."

"Es ist eine schreckliche Tragoedie," meinte auch Menachem Frietfertig, ein Einwohner von Crown Heights, als er von Journalisten des lokalen Fernsehsenders NY1 auf der Strasse angesprochen wurde. "Es ist eine Tragoedie fuer die ganze Menschheit, nicht nur fuer die Familie, nicht nur fuer die juedische Gemeinde," erklaerte er.

Am Abend gingen wir in Jackson Heights Essen. Die normalerweise sehr beschaeftigte Nachbarschaft war ruhiger als sonst. In den Cafes und Restaurants liefen die Fernseher. CNN brachte die neuesten Meldungen aus Mumbai. Die Zahl der Todesopfer war mittlerweile auf 174 gestiegen.

Ich musste wieder an die Worte von Menachem Frietfertig denken. Ja, es ist eine Tragoedie fuer die ganze Menschheit.

Donnerstag, 27. November 2008

Die Armee des Messias

Die schrecklichen Terroranschlaege in Mumbai kamen als grosser Schock. Gebannt sass ich vor dem Fernseher, wechselte zwischen CNN International und BBC World News hin und her, als ploetzlich ein Kommentator erwaehnte, dass, auch wenn bisher nicht erwaehnt, auch ein orthodoxes juedisches Zentrum angegriffen wurde.
Sofort war mir klar, dass es sich um ein Chabadhaus handeln muesse. Meine Vermutung wurde ein paar Minuten spaeter bestaetigt. Online fand ich dann spaeter mehr Informationen, so etwa dass das Kindermaedchen mit dem zweijaehrigen Sohn aus dem Haus rannte und so das Kind in Sicherheit brachte (berichtet in Haaretz) und spaeter, dass die Aktion im Chabadhaus zwar beendet sei, aber der Leiter des Zentrums, seine Frau und weitere Geiseln bisher noch vermisst werden (berichtet in der Jerusalem Post). In einem Videoclip auf der Webseite der Jerusalem Post erwaehnt ein Bekannter von Rabbi Holtzberg, dass alle Lubawitscher eine grosse Familie seien, und man daher sehr besorgt um den Chabad-Scheliach in Mumbai sei.
Das Phaenomen von Chabad-Schluchim (so der Plural von Scheliach), so der hebraeische Name fuer die Emissare oder - da es kein besseres Wort im Deutschen gibt, auch wenn es nicht ganz treffend ist - "Missionare", ist einzigartig in der Welt. Es geht diesen Schluchim nicht darum, Menschen zum Judentum zu missionieren, sondern Juden die Moeglichkeit zu geben, juedisch zu leben. Im Mumbai kommen zum Chabadhaus viele Israelis, von Rucksacktouristen bis hin zu Geschaeftsleuten, und auch an anderen Orten der Welt kann man Gesandte der Chabadbewegung finden, die einem eine juedische Atmosphaere geben.
Weltweit gibt es mehr als Tausend solcher Schluchim, die sich einmal im Jahr in Crown Heights, Brooklyn, dem Zentrum der Chabadbewegung, treffen (siehe Foto vom letztjaehrigen Treffen). Ich habe einmal gelesen, dass sie die Armee des Rebbe seien (gemeint, Menachem Mendel Schneerson, den viele Anhaenger als den Messias sahen und sehen). Und auch wenn diese Armee keine Kriege fuehrt, so ist sind ist ein Scheliach doch ein beeindruckender Soldat, da er alles aufgibt, in ein fremdes Land zieht, und dann dort ein Zentrum gruendet, das er selbst finanzieren muss (oftmals ausschliesslich durch Spenden). Keine einfache Aufgabe, doch der Glaube an die Wichtigkeit dieses Unternehmens gibt ihnen Staerke.
Als ich diesen Morgen auf der CNN Webseite nach Neuigkeiten ueber die Situation in Mumbai suche, lese ich, dass Rabbi Holtzberg und seine Frau, sowie die anderen Geiseln nach wie vor vermisst werden. Hoffen wir, dass sie bald bei bester Gesundheit gefunden werden.
Schabbat Schalom.