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Freitag, 27. März 2009

Oxford


Ich war letzte Woche in Oxford auf einer Konferenz. Oxford ist vielleicht nicht die juedischste aller Staedte, aber im Angebot der verschiedenen Walking Tours durch die Stadt findet sich auch eine juedische Tour, die dem Besucher das mittelalterliche, juedische Viertel nahe bringt -- zugegeben, man muss viel Fantasie mitbringen, da nicht allzu viel zu sehen ist. (Ich spazierte zunaechst ohne Plan durch Oxford und kam, ohne es zu wissen, zum ehemaligen juedischen Friedhof -- heute der Botanische Garten -- und das juedische Viertel und den Ort, an dem die erste Synagoge stand -- heute die Strasse, wo sich das Museum of Modern Art befindet.)
Neben dem Hier-war-Mal und Hier-war-Mal gibt es jedoch, etwas ausserhalb der universitaeren (und touristischen) Altstadt einen Ort, der durch eine Plakete als juedischer Ort gekennzeichnet ist. Nein, hier handelt es sich nicht um eine Synagoge oder Friedhof, sondern der Ort, an dem ein Mitglied der juedischen Gemeinde auf den Scheiterhaufen endete, da er seinen Glauben nicht verleugnen wollte. Die Plakete, die sich an einem heruntergekommenen Portal eines ehemaligen Konvents unweit vom Hafen findet, wurde 1931 von der juedischen Gemeinde errichtet und ist relativ schwer zu finden. Ausgestattet mit einen alten Stadtplan irrte ich nahezu eine Stunde herum, bevor ich den Ort fand, der irgendwie anziehend und gleichzeitig unbeeindruckend auf mich wirkte.

Mittwoch, 4. März 2009

Kuba

Dieses Jahr ist in Kuba das Revolutionsjahr. Vor 50 Jahren uebernahmen Castro, Che und Genossen das Land. Wohin man auch schaut, die Revolution und der mittlerweile zurueckgetretene Maximo Lider ist allgegenwaertig.
Interessanterweise koennen Amerikaner trotz Embargo nach Kuba reisen, auch wenn das nicht ganz so einfach ist. Unter einer sogenannten religious license kann man Kuba besuchen und den dortigen Religionsgemeinschaften helfen. Direktfluege gibt es von Miami -- auch wenn das so gut wie niemand weiss. Und dann sind da natuerlich auch die Kubaner, die in Florida leben und ihre Verwandte besuchen wollen, was unter der Bush Regierung schwieriger und nun unter Obama wieder vereinfacht wurde.
Zwischen 800 und 1.200 Juden leben heute noch auf Kuba, viele in Mischehen, und es gibt in der Hauptstadt Havanna sogar drei aktive Synagogen.
Spenden aus den USA, Kanada und anderen lateinamerikanischen Laendern wie Panama und Mexiko unterstuetzen die kleine, jedoch sehr aktive Gemeinde auf Kuba. Ein interessanter Beitrag von mir hierzu kann auf der JCCenters Website gefunden werden samt Fotos.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Valmadonna


Der Name Valmadonna klingt alles andere als juedisch, doch dahinter verbirgt sich die wahrscheinlich wichtigste Privatsammlung hebraeischer und juedischer Literatur der Welt, die heute das letzte Mal oeffentlich zu sehen ist, bevor sie bei Sotheby's versteigert wird.
Etwa 13.000 Buecher und Manuskripte umfasst diese beeindruckende Sammlung, darunter auch solche Rarietaeten wie ein niederlaendischer Zeitungsbeitrag zu Schabtai Zvi aus dem Jahr 1666, der Monate vor der Konversion des falschen Messias erschien. Viele Werke sind die einzigen Ueberlebenden von Zwangsverbrennungen juedischer Buecher, wie etwa ein Manuskript aus dem 12. Jahrhundert, das erste auf dem afrikanischen Kontinent gedruckte Buch oder aus Indien stammende juedische Buecher, die in Urdu gedruckt wurden.
40 Million Dollar soll diese Sammlung kosten, und sie darf nur zusammen verkauft werden, da Jack Lunzer, der Besitzer, will, dass eine Universitaet oder Buecherei diese Buecher auch weiterhin der Oeffentlichkeit als Ganzes zugaenglich machen soll. Die New York Times berichtete vor kurzem ueber die Sammlung des 1924 geborenen Lunzer, der eine Villa in der italienischen Stadt Valmadonna besitzt, in der die Sammlung lange aufbewahrt wurde.
Fuer all diejenigen, die nicht wie ich das Glueck hatten, diese Sammlung mit eigenen Augen zu sehen, hier ein Link zum Katalog.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Shanghai


Das National Public Radio (NPR) hat eine interessante Reportage ueber Shanghai gehabt. Dort sollen einige historische Gebaeude im ehemals juedischen Viertel abgerissen werden, um Platz fuer die Strassenerweiterung zu machen. In den 30er Jahren war Shanghai einer der wenigen Orte, der juedische Fluechtlinge ohne Visas aufnahm, und kamen etwa 20.000 von ihnen dorthin und rekonstruierten ihre melancholische Replik von deutsch-juedischer Kultur, darunter auch das Restaurant "Zum Weissen Roessl" (siehe Foto).
Seit ein paar Jahren hat Shanghai auch einigen juedischen Tourismus angelockt, doch der koennte jetzt unter dem Abriss leiden. Eine interessante Diashow zeigt Bilder aus dem damaligen und heutigen Shanghai.