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Freitag, 15. Mai 2009
Make Some Noise
Durch Zufall entdeckte ich kuerzlich die Musikseite Shemspeed , die ein weites Spektrum von moderner juedischer Musik praesentiert, darunter auch dieser britische Song. Neben den schon bekannteren Musikern wie YLove finden sich auch mir bisher nicht bekannte Liedermacher mit guten Rhythmen. Viel Spass beim Rumstoebern.
Montag, 11. Mai 2009
Muttertag

Gestern war Muttertag. Nicht ueberall auf der Welt, aber zumindest in den USA und Deutschland, und das amerikanische Jewish Women's Archive hat zu diesem Anlass dazu eingeladen, Fotos von juedischen Muettern auf eine Flickr-Seite hochzuladen. Das Ganze ist eine interessante Mischung aus zeitgenoessischen und antiken Fotografien. Schaut einfach selbst (hier der Link).
Freitag, 6. März 2009
Jewish Women's Archive online

Das Jewish Women's Archive hat diesen Monat eine neue Website ins Leben gerufen. Es handelt sich um die Onlineversion von "Jewish Women: A Comprehensive Historical
Encyclopedia", das vor ein paar Jahre von Paula Hyman (Yale) und Dalia Ofer (Hebrew University) herausgegeben wurde.
Die beeindruckende Enzyklopaedie ist nun kostenlos online einsehbar, mit ueber 1.700 Biographien von Hannah Arendt bis zur biblischen Ruth. Die Website lohnt sich nicht nur wegen den ueber 1.400 Fotos und 300 Essays, sondern auch deshalb, da es nie zuvor eine so interessante Studie zu Frauen im Judentum gegeben hat. Etwas, das es so in Buchform nie geben koennte.
Empfehlenswert.
Dienstag, 10. Februar 2009
Old Jews Telling Jokes
Was ist juedischer Humor? Eine neue Website "Old Jews Telling Jokes" illustriert dies mit kleinen Videofilmen, in denen alte Juden und Juedinnen Witze erzaehlen. Nicht immer lustig, aber hat ihren Charm.
Donnerstag, 22. Januar 2009
Unter Bauern

Ich liebe das Internet. Nein, wirklich. Man weiss nie, welche Ueberraschung auf einen wartet. Auf Facebook,beispielsweise, bekam ich einen "Friend Request" von Lia (siehe Foto), die ich bestimmt seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen habe. Lia ist aus meiner Gemeinde in Muenster, und wie ich nun weiss, ist sie mittlerweile Schauspielerin und lebt in Muenchen. Aber was noch interessanter ist, ist, dass sie gerade einen Film gedreht hat, der voraussichtlich im April ins Kino kommt und der auf dem Buch "Retter in der Nacht" von Marga Spiegel basiert. Die 1912 geborene Marga ist ebenfalls aus meiner Gemeinde in Muenster und sie ueberlebte die Shoah im Versteck, "unter Bauern".
Diethard Aschoff schreibt in seiner Einleitung zu dem Buch: »Anders als in den übrigen autobiographischen Aufzeichnungen wird hier das Überleben einer dreiköpfigen Familie in der Heimat beschrieben, das außerordentlich seltene Untertauchen in Westfalen selbst. Die ›Retter in der Nacht‹ sind verschiedene Bauernfamilien im südlichen Münsterland, denen später in Yad Vashem, der Jerusalemer Gedenkstätte des Staates Israel an Holocaust, die große Ehre zuteil wurde, daß ihre Namen als Judenretter an Bäumchen angebracht wurden. In dem warmherzig geschriebenen Überlebensbericht überwiegt die Dankbarkeit gegenüber Gott und denen, die sie in Todesgefahr bewahrten. Das ›andere‹ Deutschland vertraten nicht hochgestellte Persönlichkeiten oder herausragende Intellektuelle, sondern einfache fromme Bauern des Münsterlandes, die in dämonisch verhetzter Zeit trotz selbsteigener, oft abgründiger Angst ihrem Gewissen und Glauben folgten. Marga Spiegel versteht es, in differenzierter Schilderung diese namenlose Angst vor der stets gegenwärtigen, jedoch unsichtbaren Gefahr, von der sie schreibt, auch bei ihren Rettern unmittelbar nachempfinden zu lassen. (...) Obwohl das Ehepaar Spiegel im Holocaust 37 Verwandte verlor und aus der Großfamilie niemand außer ihnen überlebte, kann ‹Retter in der Nacht‹ ein versöhnliches, ja fast ökumenisches Buch genannt werden, nicht aus der nach dem Kriege manchmal etwas krampfhaft beschworenen ›Brüderlichkeit‹ heraus, sondern in dankbarer Erinnerung an die überzeugend gelebte christliche Grundhaltung ihrer Retter, die half, auch den Glauben der Jüdin zu festigen. Vom Inhalt ‑ Überleben im Untergrund ist in dieser Form in Westfalen sonst nicht bezeugt – als auch vom Geist und der Gesinnung her ist darum das schmale Bändchen nicht nur ein bemerkenswertes, sondern geradezu einzigartiges Zeitdokument für Westfalen.«
Marga wird in der Kinoverfilmung von Veronica Ferres (siehe Foto mit Marga Spiegel) gespielt (hier ein Interview mit ihr). Bin schon gespannt auf den Film...
Sonntag, 28. Dezember 2008
Der achte Tag
Zum Abschluss von Chanukah werden wir heute die weltgroesste Chanukah Menorah sehen, die traditionell von Chabad (von wem auch sonst) auf der Fifth Avenue vor dem ehemaligen Plaza Hotel aufgestellt wird.
Auch dieses Jahr habe ich wieder zahlreiche Chanukahlieder in meiner Inbox gefunden, und drei davon will ich hier mal erwaehnen. Zum einen gibt es nun eine deutsche Version von Adam Sandlers Chanukah Song, ganz witzig gemacht, obwohl ich eingestehen muss, dass ich nicht alle Leute in dem Video kenne (bin wohl zu lange schon aus Deutschland weg). Dann ist da noch ein interessantes Album eines eigentlich unbekannten Saengers, das Songs in the Key of Hanukkah heisst, doch da der Bruder von Erran Baron Cohen der Erfinder von Kultfiguren wie Ali G und Borat ist, hat dieses Album wohl mehr Aufmerksamkeit bekommen, als unter normalen Umstaenden. Trotzdem hoerenswert.
Zum anderen ist da Pass The Candle, ein Video, das von Freunden von Freunden von mir hier in New York produziert wurde. Das Ganze ohne grosses Budget. Nur mit der Hilfe des Internets lud man Menschen weltweit an der Aktion teilzunehmen. Wirklich kreativ. Seht das Resultat hier. Ich denke, wir werden von denen noch einiges hoeren.
Der achte Tag ist nun da. Chanukah geht zu Ende, aber keine Sorge, dieses Blog geht weiter.
Freitag, 26. Dezember 2008
Blondis Weltreise

Asaf Zur ist ein Weltreisender. Nach seinem Tod war er schon auf den Osterinseln, dem Gipfel des Kilimandscharo und in Peking, oder zumindest sein Foto.
Nach seinem Tod?!
Ja, im März 2003 kam der damals Siebzehnjährige Asaf, der von seinen Freunden "Blondi" genannt wurde, bei einem Selbstmordattentat ums Leben. Nach der Schule stieg er gemeinsam mit anderen jungen Leuten in einen Bus. Unter den Passagieren war auch ein Palästinenser, der unter seinem T-Shirt einen 17 Kilogramm schweren Sprengstoffgürtel trug. Er sprengte sich in die Luft und riss 17 Menschen mit in den Tod. Asafs Ueberreste liegen nun auf einem Friedhof in Haifa, der ausschließlich für Terror-Opfer ist.
Sein Vater Jossi hat im Juni 2008, fuenf Jahre nach dem Terroranschlag, eine Internetaktion gestartet, um seinen reiselustigen Sohn posthum durch die ganze Welt zu schicken, und auf die Tragik des Terrors aufmerksam zu machen. "Weil Asaf nicht mehr um die Welt reisen kann, wollte ich die Welt zu ihm bringen", sagt Jossi.
Auf der Webseite laed Jossi Menschen aus aller Welt ein, ein Foto seines Sohnes, das man auf der Website runterladen kann, mit auf ihre Reisen zunehmen. An ihrem Urlaubsziel sollen sie dann ein Bild von sich und dem Foto machen lassen und es an ihn schicken.
Die Reaktionen auf die Aktion waren überwältigend. Im vergangenen halben Jahr hat der Vater des Verstorbenen 860 Briefe aus 86 Ländern bekommen. "Wenn ich könnte, würde ich dieses Foto nehmen und jedem einzelnen Menschen sagen: Das ist Asaf, mein Sohn. Er war ein junger Mann und er ist für nichts gestorben", sagt er in einem Video in der Onlineausgabe des Magazins "Stern".
Die Briefe kommen aus der ganzen Welt. Bisher habe er nur positive Zuschriften bekommen. Sogar einige Briefe aus islamischen Staaten seien dabei gewesen. "Ich hoffe sehr, dass ich noch mehr Reaktionen aus der arabischen Welt bekomme. Das wäre doch eine tolle Sache, wenn sein Foto nach seinem Tod da zu sehen wäre, wo Assaf lebendig als Jude niemals hin konnte."
Dienstag, 4. November 2008
In eigener Sache: Topographien

Ruth Ellen Gruber, in Sachen "Jewish Heritage" eine Autoritaet, hat vor Kurzem in ihrer Kolumne "Ruthless Cosmopolitan" die Anthologie "Jewish Topographies: Visions of Space, Tradition of Place" besprochen - und gleichzeitig auch unsere Bekanntschaft.
Wir kennen das Spiel: Du kennst jemanden, der jemanden kennt, der wiederum mich kennt, also sind wir indirekt bekannt.
In meinem Fall habe ich Ruth vor vielen Jahren auf der Jahreshauptversammlung des American Jewish Committee in Washington DC kennengelernt. Ich war damals der Vorsitzende der European Union of Jewish Students und sprach ueber Antisemitismus in Europa aus einer Studentenperspektive.
Als ich Jahre spaeter in New York mein Glueck als Fotograf versuchte und ein Projekt zu ehemaligen juedischen Nachbarschaften im Big Apple began, traf ich mich mit ihrem Bruder Sam, der sich ebenfalls mit juedischem Kulturerbe geschaeftig und ein Buch zu amerikanischer Synagogenarchitektur herausgegeben hat (-- urspruenglich wollte Sam mir helfen, aber aus der Kooperation wurde leider nichts). Wir stellten damals fest, dass ein Freund meiner Grossmutter in Hamburg ein Verwandter der amerikanischen Grubers ist.
Vor einem Jahr oder so interviewte Lisa sie ueber ihr Buch "Jewish Heritage Travel" (siehe hierzu auch dieses Blog) und sie erinnerte sich noch an mich. Als ich dann anfing, beim JDC zu arbeiten, trafen wir uns kurz wieder. Nun sind wir Facebook-Freunde und als das o.g. Buch erschien, postete ich denk Link hierzu, worauf mich Ruth kontaktierte und um ein Rezensionsexemplar bat -- und in ihrer Kolumne erwaehnt sie dann auch den Freund meiner Grossmutter (aber lest selbst).
Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert und beschaeftigt sich mit verschiedenen Aspekten von juedischer Topographie, von alternativer juedischer (Web-)Kultur in Budapest, ueber Gaerten im Ghetto, bis hin zu virtuellen Welten (mein Essay).
Eine der Herausgeberinnen, ganz nebenbei erwaehnt, hat eine aehnlich zufaellige Verbindung zu mir. Als ich damals zur Jahreshauptversammlung des American Jewish Committee kam, machte ich einen Abstecher nach New York, wo ich einen Typen aus meiner Heimatstadt Muenster traf, der wiederum mit jemanden befreundet war, die Jiddisch studierte (beide sind nicht juedisch, auch wenn er spaeter eine juedische Hochzeit hatte und sie heute Expertin zum jiddischen Vilna ist).
A stranger is a friend you don't know...
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