Mittwoch, 13. Mai 2009
Mittwoch, 29. April 2009
Aladdins Bibliothek

Die verrueckten Worte des iranischen Praesidenten und anderer Politiker aus islamischen Laendern waehrend der Konferenz in Durban waren keine Ueberraschung, auch wenn sie schockierend waren. Wenn diejenigen, die die Politik ihres Landes bestimmen, schon solche kompromislosen Meinungen vertreten, was kann man da vom einfachen Mann auf der Strasse erwarten?
Ein neues Projekt versucht jetzt, der Holocaustleugnung in islamischen Laendern entgegenzutreten. Die sogenannte "Aladdin Library" publiziert kostenlos online Buecher wie etwa das Tagesbuch der Anne Frank, die u.a. auf Arabisch und Farsi zum Runterladen zur Verfuegung stehen.
Ich bin zwar skeptisch, ob diese Buecher wirklich mehr Leser finden als die jeweiligen Uebersetzungen der Protokolle der Weisen von Zion, aber es ist wohl besser, als gar nichts zu unternehmen.
Donnerstag, 23. April 2009
Durban II
Dieses Mal scheint alles anders zu sein. Die juedischen Studenten sind sehr gut vorbereitet und machen positive Schlagzeilen wie etwa in der heutigen JTA Story von Michael Jordan. Ein gravierender Unterschied ist wohl auch, dass die Konferenz in der Schweiz stattfindet, was automatisch alles etwas gesitteter macht.
Und trotzdem, die Worte von Irans Praesident, gehalten einen Tag vor Yom HaShoah, dem Holocaustgedenktag Israels, erscheinen wie ein Geburtstagsgeschenk fuer Adolf Hitler. Traurig, erschreckend, widerlich. Klar, es stehen Wahlen an im Iran, aber dies ist mehr als nur Wahlkampf, dies ist Fanatismus, der nur boeses erahnen laesst.
So schockierend sein Auftritt in diesem Zirkus der UN auch war, so erfreulicher ist es zu sehen, dass junge Studenten aus ganz Europa dem entgegen wirken.
Freitag, 30. Januar 2009
Lippenbekenntnisse
Wie jedes Jahr, war ich auch dieses Jahr Fotograf auf der offiziellen UN Holocaust Gedenkveranstaltung und anschliessend bei der Podiumsdiskussion, die von B'nai B'rith organisiert wurde (auf dem Foto Daniel Mariaschin, Direktor von B'nai B'rith mit den Goldbergers, er aus Wien, sie aus Berlin, und die beide dank des Kindertransports gerettet wurden).
Wie jedes Jahr, war es eine beeindruckende Veranstaltung, und wie jedes Jahr erzaehlte eine Ueberlebende ihre Geschichte. Ich will die Details ersparen, jedoch nur erwaehnen, dass sie als kleines Maedchen mit ansehen musste, wie zunaechst ihr Vater, dann ihr Bruder und zuletzt ihre Mutter an Typhus starben, letztere wurde von Hunden gegessen, da niemand die Leiche weg brachte.
Bewegende Geschichten, jedoch brachte Rabbi Lau, der aus Israel Gast war, es auf den Punkt. Was hat sich wirklich geaendert? Antisemitismus ist sehr lebendig, Genozide folgten auf die Schoah (auch wenn die systematische Vernichtungskampagne einzigartig in der Geschichte ist), und taeglich sterben etwa 18.000 Kinder weltweit an Hunger, was nicht einmal eine Schlagzeile wert ist. Und was macht die UN?
Daniel Schwammenthal hat sich im Wall Street Journal sehr kritisch gegenueber den Lippenbekenntnissen solcher Veranstaltungen geaeussert (der Beitrag kann hier nachgelesen werden).
Dienstag, 13. Januar 2009
Sderot in Genf

Liraz Madmony, eine 23jaehrige Jurastudentin aus Sderot, sprach gestern in Genf auf einer Sondersitzung des UN Human Rights Councils. Liraz Auftritt wurde von der European Union of Jewish Students organisiert, einer Organisation, fuer die ich mehrere Jahre gearbeitet habe. Liraz sprach ueber den Alltag unter fast taeglichen Beschuss von Raketen, die von der Terrororganisation Hamas nach Israel abgeschossen werden und bat die UN, dafuer zu sorgen, dass die Gewalt beendet wird: "I dream of the hometown that I remember. When the park near my house was filled with happy families and children playing. When people enjoyed life. I still dream of peace. It will come when the rulers of Gaza choose humanity over hate, when they stop firing on our children while hiding behind their own.... Mr. President, who will protect our most basic human rights?" Das Video kann hier angesehen werden.
Montag, 5. Januar 2009
New Yorks Buergermeister ueber den aktuellen Konflikt in Gaza

New Yorks Buergermeister Michael Bloomberg ist momentan in Israel und wurde von CNN ueber die aktuellen Konflikt in Gaza befragt. Souveraener als andere Kommentatoren aeusserte sich Bloomberg und vertrat wohl die Meinung der meisten New Yorker. Das Interview kann hier gesehen werden.
Mittwoch, 5. November 2008
Yes, we can!
Vor zwei Jahren traf ich Barak Obama das erste Mal. Der Senator aus Chicago sprach damals auf der Jahreshauptversammlung des American Jewish Committee (siehe Foto), das seinen 100. Geburtstag feierte. Wir sprachen anschliessend ein wenig, und ich fand ihn sehr sympathisch.
Ein Jahr spaeter begegnete ich Barak Obama auf dem Kongress des American Israeli Public Affairs Committee (AIPAC), und auch hier hatte ich die Chance, kurz mit ihm zu sprechen.
Gestern machte Obama Geschichte, als er zum ersten afroamerikanischen Praesidenten der USA gewaehlt wurde. Und dies mit einer ueberzeugenden Mehrheit.
Obamas Wahlkampf war beeindruckend. Noch nie in der Geschichte der USA wurden so viele junge Waehler mobilisiert. Noch nie wurden so viele kleine Wahlspenden von einem Kandidaten eingesammelt. Noch nie wurde das Internet so geschickt fuer einen Wahlkampf eingesetzt.
Im Vorfeld der Wahlen wurde vor allem im Ausland darueber spekuliert, ob Amerika "reif" sei fuer einen schwarzen Praesidenten. Skeptiker monierten, dass viele in den Umfragen nicht ehrlich seien, da niemand zugeben wolle, dass er oder sie nicht fuer einen Schwarzen seine/ihre Stimme abgeben wolle.
Dem war nicht so. Obama mobilisierte die Massen. Der Sohn eines afrikanischen Vaters und einer weissen, amerikanischen Mutter, der in Hawaii aufwuchs, scheint die Wunden der Vergangenheit zu heilen.
Die Wahl war eine Abrechnung mit acht Jahren Bush-Regierung, die das Land im Chaos hinterlaesst. Die Wahlen waren aber vor allem auch ein Zeichen der Hoffnung.
Es ist ein stolzer Moment fuer Amerikaner, die unter Beweis stellen, dass das Land sich immer wieder neu definiert. Fuer den Rest der Welt ein Moment, der einem endlich wieder erlaubt, Amerika zu moegen, was in den letzten Jahren nicht leicht gemacht wurde.
Am 20. Januar wird er offiziell sein Amt antreten. Ob ich ihn jemals wieder so nah kommen werde wie in der Vergangenheit, mag ich jedoch bezweifeln.
